17. Januar 2018

Buchvorstellung - Die Oleanderfrauen



Die Oleanderfrauen

Teresa Simon
Heyne Verlag
ISBN: 9783453421158
Sprache: Deutsch 

Originaltitel: -
Originalsprache: -
Übersetzer: -
Rezensionsexemplar
  
4 von 5 Sternen
© Heyne



Widmung der Autorin: "Für Julie"




Buchbeschreibung:

Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht?

Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.
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Auch in diesem Roman bleibt sich die Autorin treu. Vor den Augen des Lesers enstpannt sich eine geheimnisvolle Familiensaga, mit den Schwerpunkten Kaffee, Kuchen, Hamburg und 2. Weltkrieg. Ihr meint das passt nicht zusammen? Und wie es passt!

Auf zwei zeitlichen Ebenen verwebt Teresa Simon die traurige Geschichte der jungen Sophie Terhoven, die ihre Gefühle und ihr Leben in Tagebüchern festgehalten hat, die in 2016 auf einem Dachboden von Johanna entdeckt werden.

Sophie, die Tochter des angesehenen Hamburger Kaffeebarons hat sich in den falschen verliebt. Als sie dann auch noch so jung schwanger wird, gerät das große Unglück ins rollen. Die politische Lage, die 1936 und die folgenden Jahre vorherrschte, machte vieles für sie nicht leichter.

In der Gegenwart lernen sich Jule und Johanna kennen. Johanna, eine ältere Dame, die so faszieniert und sehr berührt von Sophies Geschichte ist, lässt von Jule die Tagebücher historisch aufarbeiten. Jule, die dringend Geld braucht, um ihr wundervolles Café weiterhin betreiben zu können, hat ein zweites Standbein. Mit -Ich schreib dir dein Leben- recherchiert und rekonstruiert sie die Vergangenheit. Kaum ist sie mit Sophies Tagebüchern und ihrer Geschichte in Berührung gekommen, wird sie davon in den Bann gezogen und mit ihr auch der Leser.

Teresa Simon versteht es über große Gefühle zu schreiben und die Schicksale historisch in schwere Zeiten einzubetten. Hier wird man in die nazionalsozialistische Zeit entführt und bekommt den Zeitgeist und die wichtigsten Ereignisse vor Augen geführt. Neben dem Hass auf Juden thematisiert die Autorin anhand ihrer Charaktere Malte und Thom die Abscheu auf Behinderte und den Hass und die Feindseligkeit Homosexuellen gegenüber. 

Die Autorin hat ein Händchen für ihre Charaktere! Liebevoll formt und stellt sie alle Haupt- und Nebenfiguren dar. Aber auch die Antihelden sind sehr gut ausgearbeitet und man kann seine Abneigung gegen sie stetig wachsen sehen. Teresa Simons flüssiger Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Gespannt verfolgte ich die Tagebucheinträge und wie diese die Gegenwart neu formten.

Zu meiner Begeisterung für das Buch habe ich dieses Mal kleine Kritikpunkte, die sich in einem Stern Abzug widerspiegeln. 
Die Geschichte packte mich nicht sofort. Ich musste mich erst ein wenig einlesen, im Gegensatz zu den beiden letzten Romanen "Die Frauen der Rosenvilla" und "Die Holunderschwestern". Der Sog entfaltete sich erst nach und nach. 
Ein paarmal konnte mich Teresa Simon mit den Wendungen in der Geschichte sehr überraschen. Doch gab es auch Verbindungen, die mich die Auflösung der Geheimnisse bereits recht bald haben voraussehen lassen. Das Ende wird schön und schlüssig aufgelöst, wobei mir dieses Mal zu viele Personen daran beteiligt waren. 

Das Nachwort ist wieder einmal sehr gelungen! Der Leser erfährt einiges über Hamburg als Hafen- und Handelsstadt, über den Kaffeeanbau, die Kaffeebohne und ihre unterschiedlichen Röstungen. Ebenso, in gewohnter Manier, gibt es einige Rezepte zum Nachbacken, die einem während des Lesens aus Jules Café "Strandperlchen" bekannt vorkommen. 

Fazit:
Ein emotionaler Spaziergang durch das Hamburg von damals und heute, verpackt in eine spannende und geheimnisvolle Familiensaga, in der man viel über die Historie Hamburgs zur Zeit des Nationalsozialismus lernt, Kaffee aus einem anderen Blickwinkel betrachet und Heißhunger auf Kuchen und Törtchen bekommt! Absolute Leseempfehlung! 

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© monerlS


 

Kommentare:

  1. Liebes Monerl

    Man bekommt Heißhunger auf Kuchen und Torten??? Auweia, das gibt beim Lesen wieder jede Menge Hüftgold.

    Dein Fazit macht neugierig. Den Rest lese ich, wenn ich das Buch gelesen habe.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Ja, liebe Gisela! Das Buch garantiert für tolles Hüftgold! Nicht nur während des Lesens sondern auch danach, weil man die tollen Rezepte im Buch ganz bald ausprobieren möchte!
      Viel Spaß beim Lesen und hoffentlich wird es dir auch so gut gefallen wie mir!
      GlG vom monerl

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  2. Liebe monerl,

    das Buch hört sich toll an. Vom Cover her wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, dass es im 2. Weltkrieg spielt. Und irgendwie hätte ich es auch England zugeordnet.

    Liebe Grüße
    Petrissa

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    1. Liebe Petrissa,

      das Cover passt zu den Anfängen der Geschiche, als für Sophie noch alles gut war, sie die erste Liebe und die intensiven Gefühle entdeckt hat und der Krieg noch nicht ausgebrochen war.

      Nach England würde es auch passen, du hast recht. Ich wusste schon vor der Veröffentlichung, dass es in Hamburg spielen wird und deshalb stellte sich diese Frage für mich nicht. ;-)

      Die Rezepte hinten im Buch möchte ich unbedingt mal ausprobieren. Könnte ich dir ja dann mitbringen, hihi!

      GlG, monerl

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  3. Hallo Monerl!

    Ja, du hast recht. Es ist nur schwer vorzustellen wie man diese ganzen Themen in ein Buch packen kann. Antihelden finde ich toll. Dennoch ist es ein viel größere Kunst solche Personen so darzustellen, dass die passenden Gefühle beim Leser entstehen und wachsen.
    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Liebe Sabrina,

      Antihelden sind ja wirklich was geniales! Wenn man sie so richtig hasst, dann hat der Autor alles richtig gemacht. Und das ist wahrlich eine Schreibkunst!

      GlG, monerl

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  4. Liebes Monerl, na das klingt doch trotz der kleinen Kritikpunkte nach einem sehr lesenswerten Buch! Das heißt, ich werde es vermutlich hören. ;-)
    Liebe Grüße, Heike

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    1. Meine liebe Heike,
      ja, es ist ein wirklich sehr lesenswertes Buch! Ich bin ja ein Fan der Autorin und im Vergleich zu den letzten beiden Büchern, ist dieses hier halt einen kleinen Ticken schwächer. ;-)
      GlG vom monerl

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