3. Januar 2018

Buchvorstellung - Fever


#172 Rezension



Fever

Deon Meyer

Sprache: Deutsch 
Gelesen von: Martin Bross
Spieldauer: 19 Stunden 20 Minuten
Version: gekürzt
Verlag: Aufbau Audio
Erscheinungsdatum: 09. Oktober 2017
Sprache: Deutsch ISBN: 9783945733318

Originaltitel:Koors
Originalsprache: afrikaans
Übersetzer: Stefanie Schäfer
Rezensionsexemplar
  
3,5 von 5 Sternen



Widmung des Autors: ""




Buchbeschreibung: 
»Ich will vom Fieber erzählen, von unserer Stadt Amanzi – und von dem Mord an meinem Vater Willem.«

Nicolaas Storm fährt mit seinem Vater Willem durch ein vollkommen verändertes Südafrika. Nach einem Fieber, das weltweit fünfundneunzig Prozent der Menschen getötet hat, versuchen die beiden, einen sicheren Platz zum Leben zu finden. Das Land ist in einem Zustand der Gesetzlosigkeit. Gangs ziehen schwerbewaffnet umher, wilde Tiere bedrohen die Menschen. Schließlich aber finden Vater und Sohn einen Platz für eine Siedlung. Andere Menschen stoßen zu ihnen – Abenteurer, elternlose Kinder, ehemalige Soldaten. Sie alle müssen die Gesetze des Überlebens neu lernen. Nico wird zum Schützen ausgebildet. Er verliebt sich in Sofia, die wildeste Frau, die jemals ihre kleine Stadt betreten hat, und er beginnt wieder an eine Zukunft zu glauben. Bis die Katastrophe passiert – und sein Vater ermordet wird.

»Einen Roman zu schreiben ist wie eine Reise in ein unbekanntes Land. Und die Entdeckungen, die man während dieser Reise macht – über die eigene Welt und sich selbst, formen und verändern nicht nur die Geschichte, sondern auch den Autor. Der Grund, warum dieses Buch so besonders für mich ist, liegt darin, wie es mich und mein Schreiben verändert hat. Und wie es meinen Blick auf das menschliche Zusammensein neu geformt hat.« Deon Meyer
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Dieses Zitat beschreibt das Buch am treffendsten:
» Der neue 700-Seiten-Wälzer hat zwar Krimielemente, ist jedoch viel mehr ein gesellschaftspolitisches Epos, auch ein bisschen Psychothriller und Science-Fiction, aber ebenso ein Entwicklungsroman und ein Ökothriller. Eine wilde Mischung, die zu fesseln vermag. « (Tages-Anzeiger 2017-10-11) 

Ich lese sehr gerne Dystopien und Endzeitromane, da mich fasziniert, auf welche Ideen die Autoren kommen und wie sie sich eine mögliche Zukunft vorstellen kommen.

Deon Meyer lässt in seiner vorliegenden Zukunftsversion 95% der Weltbevölkerung durch ein Virus sterben. Die Überlebenden finden sich in einer neuen Welt wieder, in einer Welt ohne Strom, ohne große Hilfsmittel, beschränkten medizinischen Kenntnissen, geringen Fortbewegungsmitteln usw. Zwei davon sind Vater Willem und Sohn Nico, was sehr ungewöhnlich ist, da fast alle Familien auseinandergebrochen sind, weil fast immer nur eine Person einer Familie das Virus überlebt hat. Auf der Suche nach einer neuen Heimat und Überlebensschance gründet Willem eine neue Gemeinschaft, Amanzi, in der sich die neuen Bürger durch Arbeitskraft und auch Wissen unterstützen und helfen und sich auch gegenseitig beschützen müssen, da es nun sehr viele Überlebende gibt, die sich ihr Leben durch Rauben, Plündern und Gewalt zu sichern versuchen. 

Sehr schön zeigt der Autor auf, vor welchen Schwierigkeiten die Überlebenden stehen und wie sie versuchen, diese zu lösen. Dabei hat Deon Meyer sehr starke und überzeugende Charaktere geschaffen! 
Allen voran Willem, der Zukunft trotz allem positiv entgegenschauend, für seinen Sohn das Beste wollend, demokratisch eingestellt und als führende Persönlichkeit für Amanzi mehr als geeignet.
Nico, noch Jugendlicher als die Epidemie ausbrach, seine Mutter vermissend und auf der Suche nach seinem Platz in dieser neuen Welt. Er muss erkennen, dass sein Vater kein Superheld ist und sogar seine Hilfe und Unterstützung benötigt. 
Viele weitere interessante Charaktere, die vielschichtig ausgearbeitet wurden, füllen den Roman und lassen ihn leben.

Nico erzählt für ein Geschichtsprojekt rückblickend, wie und was alles nach der Epidemie passiert ist, wie Amanzi gegründet wurde, zu was Amanzi wurde und wie es dazu kam, dass sein Vater ermordet wurde. Aus vielen Interviews mit Amazis Bewohnern, gibt es gelungene Perspektivwechsel und diese rundeten den Überblick über das ganze Geschehen ab.

Doch zeitweise war mir der Roman, neben einigen sehr spannenden Stellen, zu langatmig. Die gegen Ende immer wieder sehr kurzen Interviews und der damit häufige Wechsel des Erzählers, störte zunehmend meinen Hörfluss. Trotz recht detaillierter Beschreibungen der Gegend von Südafrika, konnte ich mir kaum eine Vorstellung vom Setting machen. Hin und wieder gab es wilde Tiere, die das Leben der Menschen streiften oder beeinflussten. Das waren dann die Punkte, die mich daran erinnerten, dass wir uns im Südafrika von morgen befinden. Zur Örtlichkeit fand ich den ganzen Roman lang keinen Zugang finden.

Das Buch steuerte auf ein Endereignis hin, das aussergewöhnlich sein musste. Und ja, der Schluss hat mich überrascht. Diese Auflösung hatt ich zu keiner Zeit vor Augen. Aber kaum war sie eingeführt, war sie auch schon zu Ende. Einige Fragen werden damit beantwortet. Und doch fühlte ich mich irgendwie aus der Geschichte hinauskatapultiert. Ein weniger abgehacktes Ende hätte mir mehr zugesagt. 

Zum Hörbuch:
Der Sprecher Martin Bross war mir bisher nicht bekannt. Doch seine Stimme passte sehr gut, um das Hörbuch hörenswert zu machen. Sie hat eine gewisse Schwere, die für das Thema "Endzeit" gut ausgewählt wurde. 

Fazit:
Eine sehr gut recherchierte Geschichte, die sehr viele Themen aufnimmt und auch aufarbeitet. Interessante Charaktere, die man während des Lesens immer besser kennenlernt. Für mich jedoch zum einen zu langatmig und zum Ende zu kurz. Gerne hätte ich, über die Auflösung hinaus, einen runden Abschluss zu Amanzi und einen Ausblick in eine weitere nahe Zukunft gehabt. Ein gutes Buch, dem der letzte Kick gefehlt hat.

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Ich danke dem Aufbau Verlag, der mir freundlicherweise dieses Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


© monerlS




 

Kommentare:

  1. Hui, das ist ja auch was für mich. In Sachen Hörbücher mag ich es wenn sie sehr lange sind. Das lässt mich abtauchen und Endzeit geht auch immer. Hast du sehr schön beschrieben und mich trotz der Kritikpunkte neugierig gemacht. Ist auf jeden Fall vorgemerkt.
    Liebe Grüße und einen schönen Abend noch.
    Kerstin

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    1. Moin Kerstin,
      ja, kann mir sehr gut vorstellen, dass das Buch was für dich ist! Es ist ja auch gut, aber so ganz konnte es mich nicht packen. Die meisten Stimmen sprechen sich aber voll und ganz für das Buch aus. Deshalb könnte es sehr gut sein, dass es dir sogar besser gefällt als mir. Mit 3,5 Sternen ist es knapp an einem hervorragendem Buch vorbeigerutscht!
      GlG, monerl

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  2. Mich reizt dieses Buch ja schon sehr, allerdings würde mich ein unvollendeter Abschluss schon auch stören. Danke für deine Rezi, ich werd es mir überlegen ;-).

    Liebe Grüße

    Anja

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    1. Liebe Anja,

      vielleicht empfindest du das Ende ja anders als ich. Die wichtigsten Fragen werden beantwortet. Ich hatte da nicht das Gefühl, dass groß was fehlt. Doch da dies ja ein Endzeitroman ist, hätte ich mir gewünscht, irgendwie, über den Mord und die Auflösung hinaus, noch mehr von Amanzi zu erfahren. Eine Art Ausblick, wenn du verstehst, was ich meine.
      Und wie ich bei Kerstin schon geschrieben habe, das Buch ist ganz knapp an 4 Sternen vorbeigeschrammt! Schlecht war es also nicht. Hatte jedoch etwas mehr Spannung erwartet. Wäre die Geschichte nicht auf Interviews aufgebaut, hätte sie mir wahrscheinlich auch besser gefallen. Das ist halt eine Geschmacksfrage, die ich auch jetzt erst, nach dem Lesen, so beantworten kann. ;-)
      Falls du dich für das Lesen entscheidest, freue ich mich auf deine Rezi!

      GlG vom monerl

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    2. Liebe Monerl,

      ich habe schon zahlreiche gute Rezis gelesen, ich kann glaube ich nicht daran vorbeigehen. Und ein 4 Sternchen Buch, reicht mir absolut ;-).

      Liebe Grüße

      Anja

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    3. Super! Freue mich und werde dich immer wieder mal dran erinnern. hihi :-)

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  3. Hallo monerl,

    das klingt interessant. Ich habe letztes Jahr schon mal ein Buch gelesen, dass in der Zukunft angesiedelt ist und einen Mix aus Erzählung und Sach-Berichten hatten. Diese Erzählform scheint sich wohl anzubieten. Klingt wirklich interessant, ich wollte demnächst nämlich mal ein Buch lesen, in dem es um den Aufbau einer neuen Gesellschaft geht. Langatmig ist gut, abruptes Ende nicht so...
    Liebe Grüße,
    Daniela

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    1. Hi Daniela,

      an dich musste ich auch bei dem Buch denken, da du doch in letzer Zeit viele Dystopien und Endzeitromane gelesen hast. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du das Buch mögen wirst! Mit langatmig meine ich, dass es einige Längen gibt. Ansonsten mag ich epische Bücher ja sehr gerne. Hier hätte an der einen oder anderen Stelle gerne etwas gerafft werden dürfen. Das Ende sollte dich nicht abschrecken. Es könnte sein, dass du es anders empfinden wirst. Trau dich ruhig. Wäre auf deine Meinung auch sehr gespannt.

      GlG, monerl

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